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Pressemitteilung vom 13.03.2008

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Der lange Weg eines Jahrhunderttalents


Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lädt gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Landesvertretung Sachsen-Anhalt zum Zeitzeugengespräch mit den Radsportlegenden Wolfgang Lötzsch und Rudi Altig am Montag, 17. März 2008 um 19:00 Uhr in die Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund, Luisenstraße 18, 10117 Berlin ein.

„Jedermann an jedem Ort, einmal in der Woche Sport“. Diesen Plan Walter Ulbrichts übererfüllte Wolfgang Lötzsch schon als Kind. Seit seinem 12. Lebensjahr gewann der Radrennfahrer Spartakiaden und Meisterschaften und galt als Nachwuchstalent mit größtem Potential. Doch weil er sich weigerte, in die SED einzutreten, wurde er von der Sportförderung ausgeschlossen, sabotiert und massiv bespitzelt.
Lötzsch radelte mit mehreren Betriebssportgemeinschaften, gewann weiter Rennen und deklassierte die DDR-Spitzenfahrer. Er provozierte die SED-Oberen. Erfolgreiche Sportler hatten linientreu zu sein, denn mit ihren sportlichen Erfolgen erhoffte sich das DDR-Regime weltweite Anerkennung, aber vor allem positive sozialistische Identifikationsfiguren für die eigene Bevölkerung. Bei internationalen Wettkämpfen sollten die „Diplomaten in Trainingsanzügen“ für faires sportliches Kräftemessen und Weltoffenheit stehen, aber unbedingt die Überlegenheit der kommunistischen (Sport-)Gesellschaft verdeutlichen und gewinnen! Der parteilose Sportler Lötzsch durfte nicht für die DDR gewinnen, er durfte nicht studieren, er durfte nicht ausreisen, sondern wurde zersetzt und inhaftiert. 1985 trat er resigniert in die Partei ein. Seine sportliche Perspektive verbesserte sich dadurch nicht.

Die Radrennfahrer Wolfgang Lötzsch & Rudi Altig diskutieren mit Philipp Köster, Chefredakteur des Magazins „11Freunde“.

Eintritt frei / Anmeldung nicht erforderlich

Für weitere Informationen steht Ihnen Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Bundestiftung Aufarbeitung, unter Tel. 030/31 98 95 - 225 gerne zur Verfügung.

Berlin, 13. März 2008

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