Pressemitteilung vom 15.01.2010
zurück20. Jahrestag der Besetzung der Stasi-Zentrale in Berlin
Am 15. Januar 1990 wurde mit der Besetzung der Zentrale des gefürchteten Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der Berliner Normannenstraße das Ende der Geheimpolizei besiegelt. Zwischen 50.000 und 100.000 Demonstranten forderten damals die Auflösung des mittlerweile in Amt für Nationale Sicherheit umetikettierten MfS. Sie erklärten den Plänen der SED/PDS, die Staatssicherheit in einen Verfassungsschutz und einen Nachrichtendienst umzuwandeln - im Kern also weiterzuführen - eine klare Absage. Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler: „Die Besetzung war der sichtbare, symbolische Sturz der verhassten Geheimpolizei. Die Bilder von der Besetzung der Stasi-Zentrale, die in alle DDR-Wohnzimmer gesendet wurden, machten allen Menschen klar, die Staatssicherheit hatte ihre Macht unwiederbringlich verloren.“
Aus Anlass des 20. Jahrestages findet heute Abend im Maxim Gorki Theater Berlin ein Festakt der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen statt.
Der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung Rainer Eppelmann erklärt: „Auf die mutige Selbstbefreiung der Bürgerinnen und Bürger von der SED-Diktatur folgte die erfolgreiche Selbstdemokratisierung. Ein wegweisender Schritt war die Besetzung und Auflösung der Stasi! Wir kamen in den Besitz unserer Akten und erlangten so unsere Lebensgeschichten und unsere Würde zurück. Darauf können die Ostdeutschen auch heute noch stolz sein.“
Steffen Mayer, Pressesprecher, Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
Für weitere Informationen steht Ihnen Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Bundestiftung Aufarbeitung unter Tel. 030/31 98 95 - 225 gerne zur Verfügung.
Berlin, 15. Januar 2010

