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zurückStiftung Aufarbeitung lädt ein: Uraufführung eines Dokumentarfilms zu Enteignungen in der DDR
Rund fünfzig Jahre nach der "Aktion Rose" laden die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen und der CUBIX Ufa Palast zu einem Themenabend mit Filmuraufführung und anschließender Diskussion ein.
"Dann standen wir vor dem Nichts..." - Enteignungswelle an der Ostsee
Datum: 28. Februar 2002
Beginn: 19:30 Uhr
Ort: CUBIX UFA Palast Alexanderplatz, Rathausstr. 1, 10178 Berlin
Die "Verschärfung des Klassenkampfes" - auf der zweiten Parteikonferenz der SED im Juli 1952 verkündet - führte zu landesweiten Enteignungsaktionen und zur fast vollständigen Liquidierung des selbständigen Mittelstands. Häufig dienten dabei kleine Verstöße als Vorwand für hohe Strafen. Im Verlauf der sog. Aktion Rose ließ die SED im Frühjahr 1953 an der Ostsee alle gastronomischen Einrichtungen auf "Wirtschaftsverbrechen" überprüfen, nahm mehrere hundert Menschen fest und beschlagnahmte ihre Hotels und Pensionen. Das Ergebnis dieser Aktion: Allein der Wert der beschlagnahmten Objekte belief sich auf 30 Millionen Mark; weiterhin wurden Bargeld in Höhe von insgesamt 1,7 Mio. Mark und ca. eine halbe Mio. Mark an Schmuck und Wertsachen eingezogen. Die als "verbrecherisch" bezeichneten Eigentümer oder Pächter wurden entweder vertrieben oder inhaftiert. Sonderstrafkammern, ausgesuchte Staatsanwälte und Haftrichter sorgten für einen "reibungslosen" gerichtlichen Ablauf der Aktion. Die SED bediente sich dabei eines ausgeklügelten Systems von Gesetzen, Verordnungen und Kontrollen, die - je nach Bedarf - beliebig eingesetzt werden konnten. Jeder noch so kleine Vorwand reichte aus, um Sanktionen gegen "Klassenfeinde" durchzuführen. Mit Maßnahmen wie der "Aktion Rose" erreichte die SED - neben dem materiellem Gewinn - vor allem, dass die noch vorhandenen selbständigen Produzenten und Gewerbetreibenden in den Ruin getrieben und der Weg für die Schaffung von "sozialistischen" Unternehmen freigemacht wurde. Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie unter:
Stiftung Aufarbeitung,
030 / 23 24 72 00
Berlin, 18. Februar 2002

