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Abstracts Studer

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Brigitte Studer: Arbeit am Selbst im Arbeiterstaat. Neue Quellen des Stalinismus und ihre Deutung. In: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2008. Berlin. Aufbau-Verlag, S. 223-230.


In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat die historische Kommunismusforschung eine perspektivische Erweiterung erfahren. Kommunismus wird nun auch als Lebenswelt und als Gesellschaftsform wahrgenommen, in welcher »Arbeit am Selbst« zu den allgemeinen kulturellen Normen zählte. Es war die Kombination von historischen Ereignissen (der Zusammenbruch der Sowjetunion und die partielle Öffnung der Archive) und binnenwissenschaftlichen Perspektiven-, ja Paradigmenwechseln, welche für die Entwicklung eines neuen Ansatzes – man kann ihn als »Subjektivitätsansatz« bezeichnen – ausschlaggebend gewesen sein dürfte. Der Aufsatz fragt, wie es zu deuten ist, dass ein System, in diesem Fall der sowjetische Parteistaat, so viel von seinen Bürgerinnen und Bürgern erfahren wollte, und dass diese meist auch bereitwillig über sich selbst Auskunft gaben. Er reflektiert auch, welche Narrationen die sowjetischen Ego-Dokumente teils neuen Typs, welche die Archivöffnung serienmäßig zum Vorschein gebracht hat, zulassen.

Zur Autorin


Prof. Dr. Brigitte Studer, seit 1997 Professorin für Schweizer und Neueste Allgemeine Geschichte am Historischen Institut der Universität Bern. Studium (dt. und frz.) der Schweizer Geschichte, Neueren Geschichte und Anglistik an der Universität Freiburg, 2001 – 2004 Visiting Professor an der University of Strathclyde, Anhang JHK 2008 483 Glasgow. Veröffentlichungen u. a.: mit Berthold Unfried: Der stalinistische Parteikader. Identitätsstiftende Praktiken und Diskurse in der Sowjetunion der dreißiger Jahre, Köln, Weimar, Wien 2001; mit Bernhard H. Bayerlein, Mikhaïl Narinski und Serge Wolikow: Moscou – Paris – Berlin. Télégrammes chiffrés du Komintern (1939 – 1941), Paris 2003; Hrsg. (mit Heiko Haumann): Stalinistische Subjekte, Individuum und System in der Sowjetunion und der Komintern, 1929 – 1953, Zürich 2006.

Kontakt: brigitte.studer(at)hist.unibe.ch

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