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„Der gefährliche Schmied"

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Eine Ausstellung des Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V.

Mit einer Ausstellung über die Entstehung und Entwicklung der Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“ bis hin zur Eskalation 1982 und dem Einfluss anderer pazifistischer Symbole wie der „Schwarze Mann“, der vor grüner Weltkugel sein Gewehr zerbricht, möchte das Martin-Luther-King-Zentrum der staatsunabhängigen Friedensbewegung in der DDR gedenken. Die politischen Auseinandersetzungen um Inhalte der Friedensbewegung entzündeten sich an der von ihr verwendeten Symbolik. Diese erscheint daher besonders geeignet, den Konflikt zwischen DDR-Staat und staatsunabhängiger Friedensbewegung in einer Ausstellung zu veranschaulichen. Dabei geht es nicht um die Symbole per se. Vielmehr fanden die Menschen in der DDR, die gegenüber der atomaren Rüstung und einer militarisierten Gesellschaft sensibilisiert waren, eine Identifikationsmöglichkeit darin und konnten so eine sichtbare Gegenöffentlichkeit bilden. Genau darin sah das Herrschaftssystem die Gefahr, die sie zur rigorosen Bekämpfung der Zeichen und deren Träger in der unabhängigen Friedensbewegung herausforderte. Ein Staat mit außenpolitischem Friedens- und Abrüstungsanspruch bekam plötzlich Angst vor eigenen Friedenssymbolen, als diese von Bürgern aufgegriffen wurden, die sich ideologischer Reglementierung und Kontrolle entzogen. So wurde der friedfertige Mann der sowjetischen Skulptur, der die biblische Vision „Schwerter zu Pflugscharen“ verbildlichte und gegenwartsnah machte, zum „gefährlichen Schmied“, den man meinte, bekämpfen und tabuisieren zu müssen. Für das eben noch preisgekrönte Motiv mit dem Mann, der mit zerbrochenem Gewehr schützend vor der Weltkugel steht, traf plötzlich der Volksmund „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“ zu.

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In der Ausstellung wird auch auf Wechselwirkungen und Querverbindungen zur westlichen Friedensbewegung eingegangen. Es wird dann die weitere Entwicklung bis zur Friedlichen Revolution und darüber hinaus behandelt. Zum Schluss folgen Beispiele dafür, wie Identifikationssymbole einer engagierten Minderheit aus DDRZeiten unter politisch interessierten und gesellschaftlich wachen Menschen, die die Entwicklung aufmerksam verfolgen, kommentieren und sich basisdemokratisch einmischen, bis heute lebendig geblieben sind. Selbst die Friedensbewegung des vereinigten Deutschlands mahnt mit den in der DDR hart umstrittenen Zeichen Abrüstung, zivile Konfliktbearbeitung und eine gewaltfreie Gesellschaft an.

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Die Exposition soll eine Hommage an die vielen Menschen, allen voran Jugendliche in der DDR sein, die mit persönlichem Mut ihre Friedenshoffnung in die Öffentlichkeit des gleichgeschalteten Staates getragen haben. Oft nahmen sie dafür persönliche Nachteile in Bildung und Beruf in Kauf und setzten sich der Willkür der Staatssicherheit und anderer Parteiund Staatsorgane aus. Soweit Namen genannt sind, so stehen diese beispielhaft für viele andere, nicht nur für bekannte Protagonisten der Friedensbewegung, sondern vor allem für die Vielen, die trotz ihrer persönlichen Opfer im Nachhinein nicht ins Rampenlicht getreten und namenlos geblieben sind. Die Ausstellung wurde anhand zahlreicher schriftlicher historischer Quellen, Zeitzeugenanalysen und subjektiver Berichte erarbeitet. Im unteren Bereich der Ausstellungstafeln befindet sich eine Zeitleiste, die neben thematisch bezogenen Ereignissen auch Fakten des Zeitgeschehens aufgreift.


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Weitere Informationen

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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an...

Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V.
Am Torbogen 5
08412 Werdau
Telefon: 03761. 76 02 84
Fax: 03761. 76 03 04
E-Mail: info@martin-luther-king-zentrum.de

www.martin-luther-king-zentrum.de

Die Stiftung Aufarbeitung weist darauf hin, dass Anfragen zu dieser Ausstellung von ihren Mitarbeitern weder bearbeitet noch weitergeleitet werden können und bittet um Ihr Verständnis.


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